Apple und EMI – wie es andere sehen


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Die News-Seiten verkünden es schon, die Software-Aktualisierung hüpft ungeduldig im Dock rauf und runter und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. Doch jetzt erscheint iTunes 7.2, welches nun den Benutzern erstmals ermöglicht DRM-freie Tracks in einer höheren Qualität via iTunes Store herunterzuladen. Dies gilt freilich nur für Lieder aus dem Haus EMI und ist nicht ab sofort verfügbar, sondern kommt, wie macrumors meldet, nach und nach.
Es wurde eine Menge geschrieben als Steve Jobs seine “Thoughts on Music” veröffentlichte– sowohl in der allseits geliebten Gerüchteküche, wie auch abseits davon. Manche begrüßten diese Forderung, manche hielten sie für Heuchelei. Als Apple schließlich die Einigung mit EMI bekannt gab, dass Ende Mai Lieder in höherer Qualität und ohne Digital Rights Management angeboten werden würden, fielen die Reaktionen ähnlich wie zuvor aus. Manche waren himmelhochjauchzend erfreut und manch anderem ging es wiederum nicht weit geug.
Doch nun ist iTunes 7.2 erschienen und somit steht den DRM-freien Liedern nichts mehr im Wege. Doch uns interessiert es, was andere Labels von dem Schritt EMIs und Apples halten. Sehen sie überhaupt Potential im Onlineverkauf der Musik und wie stehen sie zu DRM. Wir haben nachgefragt bei Ben Oertel, Head of Promotions vom Berliner Label Kitty-Yo

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Musikkäufen über das Internet ein?
In den nächsten Monaten wird der digitale Markt weiter expandieren. Schon in den letzten Jahren haben sich die Umsätze vervielfacht und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Hinzu kommen immer interessantere Angebote. Neben der Weiterentwicklung des Musikangebotes für Handys wird auch das Internet-TV eine immer größere Rolle spielen und neue Möglichkeiten eröffnen, an die Viele heute noch gar nicht denken.

Welche Anbieter sehen Sie in der Zukunft als Marktführer und wieso?
Als Marktführer wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach iTunes weiterhin halten. iTunes ist vergleichbar mit den großen Kaufhäusern wie Mediamarkt oder Saturn. Sie haben Alles im Angebot und ein Großteil der Konsumenten kauft dort ein. Amazon plant ja allem Anschein nach ebenfall in die Download-Verkäufe einzusteigen. Dürfte ebenfalls einer der Großen auf dem Gebiet werden.

Wie schätzen sie insbesondere die Rolle des iTunes Stores ein?
Dass der iTunes Store vergleichbar ist mit Mediamarkt ist allerdings auch sein größtes Problem.
Der Musikliebhaber will auch im Internet seinen “kleinen Plattenladen” haben, der einen gewissen Charme austrahlt. Schon jetzt haben sich Online-Shops wie Beatport oder Bleep einen festen Platz in der Szene erobert. Sie selektieren ganz klar was sie in ihrem Store anbieten und sprechen damit nur bestimmte Kunden an. Eben so wie der Plattenladen an der Ecke, der immer die neuesten coolen Techno-Platten hat.
iTunes wird es nicht schaffen ein “cooles” Profil zu etablieren. Aber darum geht es bei Mega-Sellern ja in den seltensten Fällen.

DRM – Was sehen Sie für Chancen durch das Anbieten teurer, DRM-freier Musik?
Die Lösung die EMI für DRM-freie Musik gefunden hat, kann doch für den Konsumenten nur unbefriedigend sein. Ich glaube man soll ca. 30cent/Track mehr zahlen. Das kommt einer Kriminalisierung der Konsumenten gleich, da EMI sozusagen voraussetzt, dass seine Kunden ihre MP3s zum illegalen Download bereitstellen.
Kitty-Yo ist von Anfang an großer Fan von DRM-freien MP3s gewesen, da wir unsere Fans eben nicht kriminalisieren. Wer unsere Musik kauft, der soll sie auch so oft er will auf CDs brennen und auf MP3-Player ziehen.
Am Ende ist das Alles Promotion für uns. Und wir glauben nicht, dass die Leute, die bei iTunes für ihre MP3s bezahlen, diese sofort in illegale Portale stellen, denn sie haben das Prinzip Download-Musik bereits verstanden.

Die Relevanz und Entwicklung eigener Vertriebskanäle/Marketingkanäle von digitaler Musik über das Internet? (Bspw. last.fm/mySpace/eigene Plattform etc.)
Natürlich Marketing im Internet extrem wichtig für uns. Über Myspace und vergleichbare Portale kann man direkt online-affine Konsumenten erreichen. Für Myspace wird es in Kürze den einen Online-Store geben (vielleicht schon bekannt aus den USA). Man muss sich einfach vorstellen, dass der Weg aus der SPEX bis zum Download-Store sehr weit ist. Den finden von 1000 Lesern vielleicht 2. Von einer Homepage aus nur noch einen Klick. Das ist das reizvolle an den bekannten Portalen.

Planen Sie in Zukunft Ihre Musik auf iTunes ebenfalls als DRM-freie Variante anzubieten?
Leider haben wir wenig Einfluss auf die DRM-Politik der einzelnen Download-Stores. iTunes verkauft ausschließlich Musik mit DRM. Wir würden gerne darauf verzichten.
Sobald iTunes die Möglichkeit bietet auf den DRM-Schutz zu verzichten, werden wir eines der ersten Labels sein, die das tun werden.

Zu Kitty-Yo
Kitty-Yo veröffentlicht seit zwölf Jahren Musik aus den Stilrichtungen Elektronica, Indie-Rock, Techno und Hip-Hop und hat Künstler wie Chikinki, Maximilian Hecker, Jimi Tenor oder Kante unter Vertrag.

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